Johannes R(obert) Becherehem. Bewohner der Künstlerkolonie Berlin: Laubenheimer Str. 2geb. 22.5.1891 in München gestorben am 11.10.1958 in Berlin Schriftsteller, Lyriker, Publizist Foto aus der Ausstellung: "Die KünstlerKolonie stellt sich vor" (Berlin 1989/90) mit frdl. Genehmigung von Ullstein Bilderdienst |
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Johannes R. Becher wohnte von 1928 bis 1933 in der Laubenheimer Straße 2 in der frisch erbauten Künstlerkolonie in Berlin.
Er war Herausgeber von »Die neue Kunst«, schrieb eine Gedichtesammlung gegen Hindenburg, einen warnenden Roman von einem drohenden Gaskrieg, denen er 1926/27 einen Prozeß wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" verdankte. Er wurde aufgrund einer internationalen Protestbewegung, bei der sich unter anderem Bertolt Brecht, Max Brod und Carl Zuckermayer beteiligten, freigesprochen. Er war Mitbegründer und Vorsitzender (1928 ) des »Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller«, Mitbegründer und Herausgeber der Zeitschrift »Die Linkskurve«, 1932 Feuilleton-Redakteur der "Roten Fahne".
Anfang 1933 emigrierte er (nach ständigen Razzien der Nazi-Trupps) kurz vor der Großrazzia am 15. März in der Küstlerkolonie (1934 ausgebürgert) über Österreich, Tschechoslowakei, Schweiz und Frankreich 1935 in die Sowjetunion (Moskau), wo er von 1935 bis 1945 als Chefredakteur der Zeitschrift "Internationale Literatur - Deutsche Blätter" arbeitete, die später zu einem wichtigen Diskussionsorgan wurde. Von dieser Redaktion aus erschien ein Stück von Heinrich Mann, Anna Seghers und Lion Feuchtwanger. Während des Exils wandelte sich sein Stil vom ekstasischen Expressionismus zum "sozialistischen Realismus". Dieser Stil predigte in bewußt volkstümlicher Form die »Message« des Proletariats als bestimmender Faktor in einer Demokratie. Becher nennt aber bereits 1956 (erstmals 1988 in Westdeutschland veröffentlicht) den DDR-Sozialismus den "Grundirrtum meines Lebens".
Als Becher 1945 nach Deutschland zurückkehrte ging er nach Berlin (Ost), wurde er Präsident des "Kulturbundes zur demokratischen Erneurung Deutschland". Er veröffentlichte marxistische ästhetische Schriften, erhielt Nationalpreise der DDR, wurde Präsident des "Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands" in (Ost-) Berlin, Begründer von "Aufbau" und "Sonntag", 1949 Begründer der bedeutendsten Literaturzeitschrift der DDR "Sinn und Form", führte 1952 eine Demonstration an für die ersatzlose Streichung des §175, Präsident der Deutschen Akademie der Künste, ab 1954 Minister für Kultur der DDR.
Werkauswahl: »Die Gnade des Frühlings« (Dichtung 1912), »Der Bankier reitet über das Schlachtfeld« (Erzählungen 1926), »Der große Plan« (Epos 1931), »Ausgewählte Gedichte aus der Zeit der Verbannung« (1945), »Gesammelte Werke in 18 Bänden« (Berlin 1965-81); schrieb viele Lieder gemeinsam mit Hanns Eisler, so auch die DDR-Nationalhymne.
Hier finden Material zu Johanns R. Becher im Internetz:
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