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Heute vormittag fand die feierliche Grundsteinlegung zu der gemeinsam von der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger und dem Schutzverband deutscher Schriftsteller gegründeten Berliner Künstlerkolonie statt. Die Kolonie wird zunächst aus zwei Häuserkomplexen mit je 184 Wohnungen bestehen. Die Wohnungen sind 1, 2, 3, und 4 Zimmer groß. Weiterhin wird die Kolonie eine große Planschwiese, Tennisplätze und eine Spielwiese erhalten, die Höfe der Häuser werden mit gärtnerischen Anlagen verziert sein. Die Künstlerkolonie dürfte eine besondere Sehenswürdigkeit in Berlin werden und auch große Anziehungskraft auf Fremde, die die Hauptstadt besuchen, ausüben. Insbesondere wird aber durch den Bau der Kolonie in Wilmersdorf ein völlig neues Stadtviertel geschaffen. Die Kolonie wird am Südwestkorso zwischen der Laubenheimer, Bonner und Kreuznacher Straße gebaut.
Bei dem feierlichen Akt der Grundsteinlegung am heutigen Vormittag war der Platz mit den Reichsfarben und den Fahnen der Stadt Berlin festlich geschmückt. Unter den zahlreichen Anwesenden bemerkte man u.a. den Berliner Vizepolizeipräsidenten, Bürgermeister Dr. F r a n c k e, Wilmersdorf, Oberbaurat G r ü b e r, die Präsidenten der Bühnengenossenschaft R i c k e l t und W a l l a u e r, sowie Dr. E l s o e s s e r vom Schutzverband deutscher Schriftsteller. Die Feier wurde vom Berghorn-Quartett der städtischen Oper Charlottenburg mit dem Gesang "Krönt den Tag" von Kurts eingeleitet. Hierauf sprach Präsident R i c k e l t über den Zweck der Siedlung. Er wünschte, daß die Kolonie recht vielen Künstlern die Sorgen für Wohnung und Arbeitsplatz abnehmen möchte. Nach ihm verlas Präsident W a l l a u e r die Urkunde über die Gründungsgeschichte der Kolonie. Alsdann wurde die den Münzen und Zeitungen enthaltende Kupferbüchse dem Grundstück einverleibt. Darauf nahm Dr. E l s o e s s e r das Wort, und nach ihm sang das Berghorn-Quartett die Lieder "Heimat" von Clußmann und "Der Tag des Herrn" von Kreutzer. Von dem einen der beiden ausführenden Architekten, Ernst, und Regierungsbaumeister Dr. Günther Paulus wurden dann die Hammerschläge getan, Worauf der Grundstein vermauert wurde. Einen ausführlichen Bericht über die Grundsteinlegung werden wir noch folgen lassen. |