Berliner Westen vom 03.12.1928
in der originalen Orthographie (Abschrift)
"Erweiterung der Wilmersdorfer Künstlerkolonie"

Neues Leben entsteht am Laubenheimer Platz. Der zweite Häuserkomplex, der ihn umsäumen soll, aus 20 Wohnhäusern bestehend, wird demnächst in Angriff genommen und soll bis zum Sommer des nächsten Jahres fertiggestellt und beziehbar werden. Eine weitere Front des Laubenheimer Platzes , sowie die der Bonner, Laubenheimer und Kreuznacher Straße wird dadurch bebaut und vom Verkehr erschlossen werden.

Im ganzen wird man 194 Wohnungen von 11/2, 2, 21/2, 3, 31/2 4 und 41/2 Zimmern mit Küche, Bad, Speisekammer und Balkon schaffen; die einzelnen Zimmer 15 bis 28 Quadratmeter, die Küchen 8 bis 10 Quadratmeter groß. Das Dachgeschoß wird zwölf nach Norden zu gelegene Ateliers mit Schlaf- und Kochgelegenheit erhalten, während die Wohnungen des Erdeschosses Gartenterassen mit Sitzplätzen erhalten sollen. Alle Küchen, Speisekammern und Baderäume werden nach Norden, alle Wohn- und Schlafräume nach Süden zu liegen und die gesamten Räume gut durchlüftbar zu sein. Jedes Haus wird im Souterrain als neueste Einrichtung, die sicher von den Hausfrauen sehr begrüßt werden wird, zwei Zentral-Waschküchen mit Trockenraum und Plättstube erhalten, außerdem wird eine Zentrale für Warmwasserheizung und eine Zentrale für die Pumpenheizung sämtlicher Wohnungen vorhanden sein.

Einen sehr großen, wohlgepflegten Innenhof und Steildächer wird man diesen Häusern geben, die ausnahmslos nur in erstklassiger Ausführung in der Außen-Architektur, in einfach vornehmer Linienführung hergestellt werden sollen. Sie werde nach ihrer und des Laubenheimer Platzes Fertigstellung, der prächtige Grünflächen, Spiel- und Planschwiesen umschließen wird, mit ihm zusammen ein äußerst harmonisches Ganzes bilden.

Die Mieten sämtlicher Wohnungen werden durchschnittlich 450 Mark jährlich pro Zimmer kosten, wozu dann noch die Nebenkosten für Heizung usw. kommen. Der weiße Schein und die üblichen Bedingungen des Wohnungsamtes sind die Voraussetzungen für die Bewerbung um diese Wohnungen. Ihre Erbauer sind die in der Künstlerkolonie, Keithstraße 11, vereinigte Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger und der Schutzverband deutscher Schriftsteller; ihre Architekten, Ernst und Dr. Ing. Günther Paulus, die jetzt auch die Schmargendorfer Kirche am Hohenzollerndamm erbauen, die erste, die seit Beendigung des Krieges hier errichtet wird.


Berichte von der Gründung der Künstlerkolonie finden Sie unter Gründung der Künstlerkolonie

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